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Villa Wertheimstein, 10. Oktober 2009 HOMMAGE AN JOSEPH HAYDN; Klavierabend

von Dr. Anton Wendler im Merker Ausgabe 11/2009

Der als Liedbegleiter und Aufstöberer von Raritäten (z. B. bei Franz Lehár und Leo Fall) geschätzte Pianist Karl Macourek hatte ein wohldurchdachtes Programm für seine Huldigung an den gefeierten Komponisten zusammengestellt.

Die Sonate C - Dur HV XVI/50 aus dem Jahren 1794/95 von Joseph Haydn (1732 - 1809), die Haydn gewidmete Sonate Es - Dur op. 13 (1805) von Johann Nepomuk Hummel (1778 - 1837), die selten zu hörende Grande Sonate dédiée à la memoire de Haydn f - moll op. 56 (1822) von Friedrich Wilhelm Kalkbrenner (1785 - 1849) und die Sonate f - moll op. 2/1 (Haydn gewidmet) aus 1795 von Ludwig van Beethoven (1770 - 1827).

Mit bewundernswürdiger Disziplin spielte der Künstler, dessen Art nicht das groß auftrumpfende Spektakuläre ist, sondern die verhaltene Interpretation, vor den wenigen erschienenen Besuchern. Das Programm war voll der Schwierigkeiten, galten doch Hummel und Kalkbrenner seinerzeit als triumphal gefeierte virtuose Kapazitäten des Fortepiano.

Jede der ausgewählten Programmnummern war eine Feinheit für sich. Konnte bei der Haydn - Sonate die kontrapunktische Behandlung des geradezu simplen Themas erstaunen, bei den Stücken von Hummel und Kalkbrenner die Fingerfertigkeit (langes Üben voraussetzende) aufhorchen lassen, so überwältigte Beethovens monströse Sonate die Zuhörer.

Wer diesen (sogar im Veranstaltungsspiegel einer Tageszeitung - allerdings ohne Nennung zumindest der Raritätenkomponisten - angekündigten) Sonatenabend nicht besuchte, weiß ja gar nicht, welche "Schmankerln" er da versäumt hat! Es war jedenfalls eine Raritäten - Sternstunde, für die Karl Macourek nicht genug gedankt werden kann.

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