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Variationen und Fantasien: Ein Klavierabend mit Karl Macourek beim 35. Langenargener Sommerkonzert

Von Franz Josef Lay, Südkurier vom August 2006

Dass sich auch Komponisten des Mozartschen Melodiengutes bedienten, ist wohl nicht verwunderlich. So spielte beim zweitletzten Sommerkonzert der Wiener Pianist Karl Macourek unter dem Motto "Thinking Mozart" Variationen, Transkriptionen und Fantasien über Themen von Mozart.

Der weniger bekannte Ludwig Mendelssohn schrieb eine Paraphrase über "Die Zauberflöte". Mit gewichtigen Akkordeon einsetzend, führte der Pianist eine Art Einleitung mit folgender Überleitungen zum allbekannten "Ein Mädchen oder Weibchen" des Papageno. In spätromantischem Stil erschien das Thema in allerlei Abwandlungen und Umspielungen, abgelöst von hymnischen Akkordfolgen zur ersten Arie des Sarastro.

Johann Nepomuk Hummel, ein Zeitgenosse Beethovens, wählte bei seiner Fantasia ein Thema aus der Oper "Die Hochzeit des Figaro". In vier ineinander übergehenden Sätzen spielte Karl Macourek einmal über Figaros Arie "Nun vergiss leises flehen" im getragenem Andante wie scherzendem Allegretto giocoso.

Der Klaviervirtuose Johann Peter Pixis, der in der Nachfolge von Hummel komponierte, verfasste das Rondo Capriccioso über "Fin ch´han dal fino" (Auf zu dem Feste) aus Don Giovanni in effektvollem Klaviersatz, wobei vor allem das Rondo mit federnden Tönen das G - Dur - Dreiklangs Thema des Titlelhelden herausstach und bei weiterer Temposteigerung zu etüdenhafter Motorik führte.

Voll an Mozart gebunden, könnte auch August Eberhard Müller die Klaviersonate B - Dur geschrieben haben. Aus ihr hörten wir das Rondo.

Von Mozarts Zauberflöte angetan, komponierte Ferdinand Ries die "Sixieme Fantasie e la mode sur un Air favori de la Flute enchantee", wobei der Pianist in acht Variationen vor allem die hübschen Flötenpassagen des Papageno vorführte.

Franz Liszt übernahm die schweren Baßfiguren des Confutatis meledicitis. Eindringlich war ebenso das Lacrymosa aus Mozarts Requeim gestaltet.

Nach der Fantasie in fünf Sätzen von Richard Strauss, in der sich die vielschichtige Musik Mozarts auf andere Weise spiegelte und da und dort in hohes Diskantgeläut überging, hörte man von Sidney Edward Smith noch die "Fantasia brillante" über Don Juan. Die Arie "Reich mir die Hand mein Leben" stach wohltönend heraus.

Für den Beifall bedankte sich Macourek noch mit einem originalem Mozart.

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